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Arjan Spannenburg

ESTRANGED - YANNICK

"Eine raffinierte Chiaroscuro-Studie, die queere Entfremdung und die Suche nach Zuflucht durch die Metapher des selektiven photographischen Fokus erforscht."

Die Erzählung

In derEntfremdetSerie, der niederländische Fine-Art-Fotograf Arjan Spannenburg fängt die stille, psychologische Architektur einer Generation ein, die zwischen Sichtbarkeit und Auslöschung gefangen ist. Durch eine meisterhafte Verbindung von technischer Präzision und roher Verletzlichkeit transzendieren diese Werke die Porträtmalerei und werden zu einem soziologischen Spiegel, der hinterfragt, wie wir diejenigen "sehen", die das Gefühl haben, verborgen bleiben zu müssen.

Die Vegetation: Ein Porträt der Erziehung

InEntfremdet, ist die natürliche Welt keine Kulisse; sie ist eine Biografie. Für das Modell Yannick repräsentieren die dichten, verworrenen Äste die Umgebung seiner Jugend – ein komplexes Dickicht aus Erwartungen und Realitäten. Das Festhalten an diesen Ästen ist sowohl eine physische Notwendigkeit als auch eine Metapher für das Überleben.

Jedes Subjekt in der Serie interagiert mit einer einzigartigen Pflanzenform, die ihren spezifischen Ursprung symbolisiert. Einige sind von üppigem, sattem Laub umgeben, was eine Fülle von Möglichkeiten und Unterstützung darstellt. Andere klammern sich an kahle, skelettartige Äste, die harte Realität des Aufwachsens mit geringeren Chancen und weniger "Schutz". Unabhängig vom Reichtum ihrer Umgebung verbindet sie eine universelle Wahrheit: der tiefe Kampf, zu einer Welt zu gehören, die sich inhärent anders anfühlt als das, was sie sind.

Die Sozialkritik: Die Schärfe der Verdrängung

Spannenburg setzt eine bewusste, geringe Schärfentiefe als bissiger Gesellschaftskommentar ein. Während die Hände und die Äste in gestochen scharfem Detail wiedergegeben sind, geraten die Modelle selbst oft in einen weichen Schleier.

Diese technische Wahl spiegelt eine schmerzhafte tägliche Realität wider. Wir sehen diese jungen Menschen auf der Strasse; wir sehen ihre Hände, die sich durch die Welt bewegen und die Arbeit der Existenz verrichten. Doch wir erkennen selten wirklichHinweissie. Sie leben in einem Zustand erzwungener Tarnung und verbergen ihre wahren Selbst vor einer Gesellschaft, die auf heteronormativen oder starren Erwartungen aufgebaut ist. Dieser ständige Akt des Versteckens führt zu einer sich verstärkenden Entfremdung, einer Entfremdung nicht nur von der Gesellschaft, sondern auch von ihrer eigenen Seele.

Entfremdeterinnert uns daran, dass das Gefühl, ein Aussenseiter zu sein, eine gemeinsame menschliche Erfahrung ist. Indem er sich auf den "Griff" konzentriert, auf die Hände, die sich verzweifelt festhalten, lädt Spannenburg den Betrachter ein, innezuhalten und wirklich hinzusehen. Es ist ein Aufruf zur Achtsamkeit: die Hoffnung, dass wir, indem wir die Entfremdung bei anderen erkennen, beginnen können, die Entfremdung in uns selbst zu heilen.

Visuelle Analyse

Hochkontrastierende Schwarz-Weiss Fotokunst. Der Vordergrund wird von hyperdetaillierten, messerscharfen Blättern und Zweigen dominiert. Hinter diesem Schleier ist ein junger Mann in einem sanften Bokeh-Effekt positioniert. Seine Hände sind sichtbar und greifen nach den Ästen, wodurch eine taktile Verbindung zwischen der scharfen 'Realität' und seiner verschwommenen 'Identität' geschaffen wird.

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Jahr

2020