PERMANENCE
2026
Die Rebellion gegen die Zeit
Wir leben in einer Ära, die von der Angst vor dem Verfall gelähmt ist, in der die Bewahrung der Jugend von einem persönlichen Wunsch zu einer gesellschaftlichen Obsession geworden ist. In seiner Serie PERMANENCE visualisiert Arjan Spannenburg diesen universellen, aber letztlich vergeblichen Kampf, die Zeit anzuhalten.
Die Serie präsentiert eine Abfolge junger Männer, moderne Archetypen des „Adonis“, platziert in Landschaften, die vom organischen Schutz des Waldes über die unerbittliche Erosion der Küste bis hin zur starren Stagnation der städtischen Umgebung reichen. Durch diese unterschiedlichen Hintergründe erforscht Spannenburg die menschliche Verfassung in verschiedenen Stadien des Widerstands gegen die Natur.
Die Anatomie der Bindung
Was diese vielfältigen Porträts verbindet, ist ein einzigartiges, aufwühlendes Element: eine schwere Industriekette. In Spannenburgs Erzählung ist diese Kette kein Instrument der Gefangenschaft, der Sklaverei oder der Bestrafung. Stattdessen dient sie als verzweifeltes Werkzeug der Bewahrung.
Die Kette repräsentiert das unbändige menschliche Verlangen, Schönheit an den gegenwärtigen Moment zu binden. Sie ist die physische Manifestation unseres Versuchs, die flüchtige Perfektion der Jugend an das 'Jetzt' zu ketten, um sie vor dem Entgleiten in eine ungewisse Zukunft zu bewahren. Die Dargestellten sind keine Gefangenen anderer, sondern Gefangene des Ideals ewiger Jugend.
Das Monochromatische brechen
In einer bewussten Abkehr von seiner charakteristischen monochromen Ästhetik, gestaltet Spannenburg PERMANENCE in lebhaften Farben. Wo Schwarzweiß die Realität abstrahiert und eine sichere, zeitlose Distanz schafft, zwingt die Farbe zu einer direkten Konfrontation mit der Vitalität des Subjekts. Die warmen, pulsierenden Hauttöne gegenüber den kalten, verwitternden Elementen betonen, dass wir auf lebendiges Material blicken, das heute strahlt, aber von Natur aus den Zerfall der Zeit preisgegeben ist.
Ein Monument für das Flüchtige
Letztlich ist PERMANENCE eine tragische Romanze. Sie stellt eine konfrontative Frage: Ist unser Versuch, die Jugend festzuhalten, ein Akt der Selbstliebe, oder ersticken wir das natürliche Wachstum, das dem Leben seine Tiefe verleiht? Die Serie steht als visueller Kampf zwischen der statischen Natur der Fotografie, die es schafft, den Moment einzufrieren, und der biologischen Realität des Subjekts, für das die Kette keine Entsprechung für das unerbittliche Vergehen der Zeit darstellt.

